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Sudetendeutsche Landsmannschaft

Ortsgruppe Unterföhring

Die Ortsgruppe Unterföhring

Bevor wir auf die Geschichte der Ortsgruppe eingehen:

Um zu unseren Treffen zu kommen, müssen Sie weder Mitglied der Sudetendeutschen Landsmannschaft sein, noch selbst aus dem Sudetenland stammen oder Vorfahren von dort haben.

Nachdem wir in Unterföhring die letzte aktive Landsmannschaft der vertriebenen Volksgruppen sind, sind wir offen alle, die entweder aus den ehemalig deutsch besiedelten Ostgebieten kommen, Nachkommen von ihnen sind oder sich einfach für deren Geschichte, die Vertreibung und Aufnahme in Unterföhring, die Kultur oder ihre Familienwurzeln interessieren.
Bei unseren Treffen geht es immer informell aber informativ und lustig zu und Sie können z.B. aus erster Hand von Zeitzeugen Berichte von der Aufnahme der Vertriebenen in Unterföhring hören oder wertvolle Tipps für die Ahnenforschung oder Urlaubsaufenthalte in den ehemalig deutsch besiedelten Gebieten erhalten.
Oder das Lieblingsgericht aus der Kindheit, das die Oma immer gemacht hat: einer von uns weiß bestimmt, wie das heißt und in unserer kleinen Bibliothek finden wir sicher auch das Rezept dazu. Genau wie der Ort, vom dem Opa immer erzählte, dessen Namen man aber nicht mehr genau weiß und auf einer heutigen tschechischen oder polnischen Karte sowieso nicht findet. Wir kennen die passenden Internetseiten, haben Ortslisten und vielleicht war einer von uns sogar mal dort...?

Schauen Sei einfach mal vorbei!

Geschichte der Ortsgruppe

Die Sudetendeutsche Landsmannschaft, Ortsgruppe Unterföhring, wurde 1952 ins Leben gerufen. Nach dem zweiten Weltkrieg begann die Vertreibung der jahrhundertelang dort ansässigen Deutschen aus Ost-, Mittel- und Südosteuropa. In der Gemeinde Unterföhring sind 932 Heimatvertriebene, davon 510 aus dem Sudetenland und 422 aus den deutschen Ostgebieten, aufgenommen worden und haben hier ihre neue Heimat gefunden, in der sie wieder Fuß gefasst haben.
Aus ihrer Mitte gründete sich die Unterföhringer Ortsgruppe - zunächst mit Ismaning zusammen.

Anfangs beschränkte sich die Ortsgruppe auf Treffen und freute sich natürlich über die Zuweisung von Grund in der heutigen Sudeten- und Egerlandstraße. So waren die Nachkriegsjahre mit Aufbau einer neuen Existenz in Unterföhring beschäftigt. Erst später wurde man dann im Ort prägend tätig.

Zur Erinnerung an die Vertreibung und Aufnahme in Unterföhring stiftete die Ortsgruppe Unterföhring eine Tafel für den Ortsgeschichtlichen Weg auf dem S-Bahntunnel. Als weiteres Zeichen des Dankes über die freundliche Aufnahme in der Gemeinde Unterföhring stellten wir im Dezember 2008 einen Stein mit einer Gedenktafel vor der Pfarrvilla an der Münchner Straße (heutiger "Platz des Gedenkens") auf. Im Jahre 2018 konnten wir die Wanderausstellung „Unsere Geschichte, unsere Kultur, unser Leben“ in das Unterföhringer Rathaus holen. Zusätzlich zu der bereits existierenden Egerland- und der Sudetenstraße konnte auf unseren Antrag hin in 2024 der Schlesierweg als weiterer Straßenname, der an die Herkunftsgebiete der Vertriebenen erinnert, eingeweiht werden.

Neben diesen Zeichen des Danks und der Erinnerung nehmen wir auch am Gemeindeleben, wie z.B. beim Bürgerfesteinzug, teil und treffen uns regelmäßig. Dabei werden Alt und Jung, Geschichte und Gegenwart und alte und neue Heimat zusammengebracht.

Ortsobmann Kurt Losert (†) und Hanne Kosta mit Taferl vorm Bürgerfesteinzug

Zudem profitieren die Mitglieder der Ortsgruppe von der räumlichen Nähe zu den Einrichtungen und zahlreichen Veranstaltungen im Sudetendeutschen Haus, sowie im benachbarten Haus des Deutschen Ostens nahe des Rosenheimer Platzes – beide von Unterföhring bequem mit der S-Bahn erreichbar.
Nachdem viele der ersten Mitglieder naturgemäß bereits verstorben sind, konnte die nunmehr verjüngte Ortsgruppe zuletzt ihr 70-jähriges Bestehen feiern und dabei einige Impulse für die Zukunft setzen.

Fast überflüssig zu sagen, aber die Ortsgruppe distanziert sich von den früheren problematischen Forderungen der Sudetendeutschen Landsmannschaft wie z.B. nach Restitution. Wir stehen hinter den heutigen Zielen der Zusammenarbeit und Versöhnung.