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Sudetendeutsche Landsmannschaft

Ortsgruppe Unterföhring

Gedenkstein der Heimatvertriebenen

Unterföhringer Gedenkstein an Vertrieben

Mitten im Ort, vor der schönen Pfarrvilla, da steht er: der Gedenkstein. Von der Sudetendeutschen Landsmannschaft Unterföhring aus Dankbarkeit für die Aufnahme der in Folge des Krieges Vertriebenen im Jahre 2008 in der Ortsmitte aufgestellt.

Mehr als 80 Jahre sind seit Ende des Zweiten Weltkrieges vergangen, doch auch bis heute noch sind die Ereignisse nach wie vor gegenwärtig.
Der Zweite Weltkrieg löste ja eine bekannterweise beispiellose Völkerwanderung in Europa aus. Millionen von Menschen waren auf der Flucht oder suchten eine neue Heimat. Vor der heranrückenden Roten Armee flüchteten in den letzten Kriegswochen hunderttausende Deutsche nach Westen. Nach Kriegsende beginnt die brutale Vertreibung der Deutschen aus Ost-, Mittel- und Südosteuropa. Ein kleiner Handwagen, ein Rucksack, ein Koffer mit wenigen Habseligkeiten sind häufig der ganze Besitz der Flüchtlinge und Vertriebenen.
Hunger, Kälte und Krankheiten begleiten ihre wochen- und monatelange Flucht. Hunderttausende verlieren dabei ihr Leben. Viele Familien werden auseinandergerissen und sind auf der Suche nach ihren Angehörigen. Zunächst ginge es darum, das Überleben angesichts des schweren Mangels an Nahrung, Wohnraum und Kleidung zu sichern. Neben dem Verlust an Leib und Leben, sowie materiellen Verlusten und wirtschaftlichen Schäden galt es nun, in den Nachkriegsjahren auch ideelle und kulturelle Verluste zu bewältigen. In den folgenden Jahrzehnten hieß es, diese neue Situation sowohl für die aufnehmende als auch für die vertriebene Bevölkerung zu verbessern.

Auch in der Gemeinde Unterföhring sind nach dem Zweiten Weltkrieg 1945/46 932 Heimatvertriebene, davon 510 aus dem Sudetenland und 422 aus den deutschen Ostgebieten gekommen. Einige von ihnen sind heute unter uns. Sie könnten uns sicher vieles über diese schwierige Zeit berichten. 80 Jahre sind nun vergangen, dass diese Menschen, seien es Vertriebene aus dem Sudetenland, aus den schlesischen oder sonstigen ostdeutschen Gebieten, hier ihren Wohnsitz gegründet haben. Was jedoch noch mehr zählt ist, dass sie nicht nur hier wohnen, sondern in Unterföhring eine „neue“ Heimat gefunden haben, ein Ort, in dem sie wieder Fuß gefasst haben.

Die Sudetendeutsche Landsmannschaft hat dieses Thema aufgegriffen und im Jahr 2008 als Zeichen des Dankes für die freundliche Aufnahme in der Gemeinde Unterföhring vor der Pfarrvilla den Gedenkstein aufgestellt, der am 21. März 2010 wurde der Gedenkstein vom damaligen Pfarrer Dr. Markus Brunner feierlich gesegnet wurde.

Der Stein trägt die Inschrift

Zur Erinnerung und als Dank
an die Bewohner der Gemeinde
Unterföhring für die gute
Aufnahme von 932
Heimatvertriebenen und Flüchtlingen
nach dem 2. Weltkrieg in den
Jahren 1945 bis 1946,
davon 510 aus dem Sudetenland
und 422 aus den deutschen
Ostgebieten.
Für viele von uns wurde
Unterföhring eine neue Heimat.

Sudetendeutsche Landsmannschaft Unterföhring - 2008

und darüber das Unterföhringer Wappen, darunter das Wappen des Sudetenlandes.


Links:
Artikel im Münchner Merkur 22.12.2008 zur Übergabe der Bronzetafel
Artikel im Münchner Merkur 12.02.2016 "70 Jahre Flucht und Vertreibung: Sudetendeutsche erinnern sich"
SZ-Artikel vom 30.11.2018 über die Sudetendeutschen in Unterföhring