Datenschutzerklärung

Sudetendeutsche Landsmannschaft

Ortsgruppe Unterföhring

Gedenkstein für die Toten in der Heimat auf dem Parkfriedhof

Bei der Vertreibung aus ihrer Heimat in den Jahren 1945/46 mussten die Deutschen aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches sowie deutschsprachige Bewohner aus Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa ihre toten Angehörigen auf den Friedhöfen in der alten Heimat zurücklassen. Somit hatten sie nach der Vertreibung neben all den anderen Nöten und Sorgen nun auch keinen Ort mehr, um ihrer Trauer nachzugehen.

Dies betraf auch die 932 Vertriebenen, die in Unterföhring ihre neue Heimat fanden. Auf dem Gelände des Parkfriedhofes in Unterföhring wurde daher ein Gedenkstein aufgestellt, der den Heimatvertriebenen, die damals immerhin ein Drittel der Bevölkerung Unterföhrings darstelle, einen Ort der Trauer und des Gedenkens bieten sollte.

Der Stein, der für die damalige Zeit sehr modern behauen war und auf der Oberseite eine Vertiefung in Form eines Kreuzes aufweist, die ihm etwas brunnenartiges verleiht, trägt über die vier Seiten verteilt die Inschrift
"ANO DMNI 1946 | ZVM GEDENKEN | AN DIE TOTEN IN | VNSERER HEIMAT"
also "Anno Domini 1946 - Zum Gedenken an die Toten in unserer Heimat"

Totengedenkstein Totengedenkstein Totengedenkstein

Dieser Stein war insbesondere zu Allerheiligen für die Vertriebenen ein Gedenkort, die somit, den Alt-Unterföhringern gleich, einen Anlaufpunkt auf dem Friedhof hatten. Jährlich wird dort ein Trauerkranz angebracht. Im Sommer 1987 wurde der Stein von der Gemeinde renoviert, weil der Naturstein mit der Zeit unansehnlich geworden und die Inschrift immer schlechter lesbar war.

Mittlerweile liegen viele der damals Vertriebenen selbst auf dem Friedhof oder sind aus Unterföhring weggezogen. Somit haben die Nachfahren der Vertriebenen nun eigene Grabstätten ihrer Familien, und der Stein hat somit von seiner urspünglichen Bedeutung etwas verloren. Dennoch sieht man ab und an am Gedenkstein Blumen liegen oder eine Kerze brennen.

Totengedenkstein

So steht der Stein auch heute noch für die vielen Gräber der Vorfahren der Heimatvertriebenen, die nach dem Fall des eisernen Vorhangs - sowahr sie noch existieren - sogar wieder besucht werden können.